Sie haben jetzt also eine Beleichtungsreihe aus mindestens 3, besser mehr Fotos. Jetzt benötigen Sie ein Computerprogramm, um diese Fotos zu einem HDR-Bild zusammenzusetzen. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Einige Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop bieten in den neuesten Versionen eine HDR-Funktion an.
Besser ist die Verwendung eines spezialisierten HDR-Programmes. Die Auswahl reicht hier von kostenlosen Programmen wie FDRTools oder Qtpfsgui bis hin zu teuren Programmen wie Photomatix.
Hier möchte ich Ihnen eine Anleitung für das kostenlose Qtpfsgui und das kostenpflichtige Photomatix geben, welches es auch als kostenlose Testversion gibt, die dann allerdings ein Wasserzeichen in die Bilder einfügt.
Beginnen wir mit Qtpfsgui (Luminance HDR):
1. Laden Sie sich das Programm aus dem Internet herunter. Eine Quelle finden Sie z.B. hier. Installieren Sie es anschließend.
2. Öffnen Sie das Programm und klicken Sie auf "neues HDR".

Klicken Sie dann auf "Bilder laden". Wählen Sie alle Fotos der Belichtungsreihe aus.
Wenn Sie einen Haken bei "Bilder automatisch ausrichten" machen, versucht das Programm, verwackelte Bilder automatisch zu korrigieren. Dies nimmt jedoch sehr viel Zeit und Rechenkapazität in Anspruch, daher ist es besser, bereits exakt ausgerichtete Bilder zu verwenden.

Klicken Sie anschließend auf "weiter".
3. Der folgende Dialog dient zum manuellen Ausrichten der Bilder. Unsere Bilder sind optimal ausgerichtet, daher klicken wir rechts unten auf "weiter".
4. Sie kommen zu einer Profilauswahl, nach der das HDR-Bild berechnet wird. Nutzen Sie hier das erste Profil, es sei denn, dieses liefert unzureichende Resultate.
Mit einem Klick auf "Beenden" erhalten wir unser HDR-Bild. Dies kann ein bißchen dauern, je nach Rechenkapazität des Computers.
5. Das HDR-Bild erscheint. Sollte es zu groß sein, genügt ein Klick im Menü "Ansicht" und "Dem Fenster anpassen", um es ganz zu sehen.
Nicht erschrecken, das Bild sieht reichlich unspektakulär aus! Das liegt daran, daß normale Computermonitore den großen Kontrastumfang eines HDR-Bildes nicht wiedergeben können. Dafür muß das Bild zunächst weiterbearbeitet werden. In einem "Tonemapping" genannten Verfahren werden alle Kontrastbereiche des Fotos sichtbar. Doch zunächst speichern wir das HDR-Bild zwischen, mit einem Klick im Menü "Datei" und "HDR speichern unter".
6. Sollten Sie die deutsche Version des Programmes besitzen, gelangen Sie zum Tonemapping, indem Sie auf die Schaltfläche "das HDR farbabbilden" klicken, eine etwas unglückliche Übersetzung.

7. Qtpfsgui verfügt über verschiedene Operatoren, um das HDR-Bild zu tonemappen. Im Tonemapping-Dialog können Sie diese ganz oben auswählen. Gute Ergebnisse lassen sich meist mit Fattal oder Mantiuk erzielen.

Je nach Operator stehen Ihnen unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Grade der Farbsättigung, Helligkeit und Kontrastverstärkung zu beeinflussen. Experimentieren Sie einfach.
Um die Auswirkung der Einstellungen auf das Bild zu beobachten, klicken Sie auf die Schaltfläche "anwenden". Zuvor sollten Sie bei Ergebnisgröße eine kleinere Vorschaugröße festlegen, damit das aktualisieren nicht so lange dauert.

Um die Auswirkungen der verschiedenen Einstellungen direkt zu vergleichen, kann man die Bildfenster nebeneinanderlegen.

Experimentieren Sie mit den verschiedenen Operatoren und Einstellungen!
8. Ist das Bild zu Ihrer Zufriedenheit, stellen Sie unter Ergebnisgröße die höchste Größe ein und klicken Sie auf "anwenden". Das Tonemapping dauert eine Weile. Speichern Sie anschließend das Bild unter "Datei" und "speichern als".
Lesen Sie hier, wie Sie mit Photomatix noch bessere Ergebnisse erzielen!